Motivgeleitete Bildanalyse österreichischer Bildpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg

Während der Jahre des Ersten Weltkrieges stieg die Bildpostkarte, über vier Jahrzehnte nach ihrer Erfindung, zu einem der wichtigsten Bildmedien der damaligen Zeit auf. Eine große Anzahl an Motiven, welche auf die aktuelle Lage Bezug nahmen, fand sich plötzlich auf diesen wieder. Insgesamt gewähren die Bildpostkarten des Ersten Weltkrieges somit einen beeindruckenden Einblick in die Bilder- und Symbolwelt der Kriegsjahre 1914 bis 1918. Genau jene Welt wurde im Rahmen dieser Arbeit in Form einer motivgeleiteten Bildanalyse näher beleuchtet. Die theoretische Rahmung dieser Arbeit beschränkt sich vor allem auf Begriffsdefinitionen, sowie einen Überblick über für das Thema der Arbeit relevante Sachverhalte, wie etwa den Ersten Weltkrieg, Propaganda und die Bildpostkarte selbst. An das Untersuchungsmaterial, 2.505 österreichische Bildpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg, wurden zwei wesentliche Fragen gestellt: Welche Motive werden auf den Bildpostkarten dargestellt? Wie werden die verschiedenen Motive auf den Bildpostkarten dargestellt? Innerhalb der ersten Forschungsfrage wurde eine Klassifikation der Motive auf den Bildpostkarten in verschiedene Motivgruppen vorgenommen. In der Analyse selbst erfolgte die Auswertung, im Sinne einer besseren Übersichtlichkeit, im Rahmen dreier übergeordneter Motivblöcke: ‚Heimatfront‘ und ‚Kriegsfront‘ sowie frontübergreifende und außenvorstehende Motive. Innerhalb dieser wurde jeweils eine Reihe an Motivgruppen untersucht. Im Rahmen der zweiten Forschungsfrage wurde innerhalb der zuvor klassifizierten Motivgruppen aufgezeigt, wie die einzelnen Motive dargestellt werden. Damit verbunden ist eine Interpretation der Darstellungen in Richtung möglicher inhärenter propagandistischer Aussagen und sonstiger Botschaften bzw. Mitteilungen. Hierfür wurden zwei Methoden der qualitativen Bildanalyse kombiniert: der erste Schritt der visuellen Kontextanalyse nach Müller und die Bildsemiotik nach Barthes.


Mag. Barbara Klaus, Bakk. BA.

Klaus_FotoBarbara Klaus studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Aktuell belegt sie den Masterstudiengang Theater-, Film- und Mediengeschichte, sowie das Doktoratsstudium Sozialwissenschaften: Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Ihre Forschungsinteressen sind vor allem im Bereich der Kommunikations-, Film- und Mediengeschichte verortet, mit einem Hauptaugenmerk auf den Ersten Weltkrieg. Abseits der Universität arbeitet sie als Kulturredakteurin für ein Online-Journal und schreibt für dieses nicht nur Filmkritiken und Konzertberichte, sondern greift auch gerne selbst zur Spiegelreflexkamera für einen Blick aus dem Fotograben.

E-Mail: baklaus@gmx.at