„Erotische Literatur aus der Gegenöffentlichkeit: Am Beispiel des Literaten und Bezirkshauptmanns Felix Batsy zur Zeit des Austrofaschismus“

Organisiertes erotisches Leben hat in Wien eine lange Tradition. “Würde man in Wien zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Bordell errichten wollen, so bräuchte man nur ein großes Dach über der Stadt zu errichten”, so Kaiser Joseph II. Wien galt nicht nur als Zentrum des Auslebens von ‚Perversionen’; es wurde auch literarisch festgehalten.

Anhand eines erotischen Wiener Literaturbeispiels aus den 1930ern wird versucht die Person Felix Batsy in ihren historischen Kontext zu setzen, seine Relevanz zu beleuchten und die Grauzone beschrieben, in der er sich bewegte. Dr. Felix Batsy verfasste die Geschichte „Die Wette“ 1937. Darin spielt Sadomasochismus eine zentrale Rolle. Sadomasochismus ist in feministischen Kreisen ein Thema mit stark widersprechenden Debatten, die einander gegenübergestellt werden. Die Auseinandersetzung über Sexualität und deren Zensur sind in der Geschlechterthematik ist noch immer aktuell. Wer zensierte wen 1937? Wer zensiert wen heute? Aufgezeigt wird, worin der Unterschied von staatlicher Zensur (Repression) und Selbstzensur auf Grund von gesellschaftlichem Druck besteht. Foucaults Gesellschaftstheorie diente der Forschungsarbeit als wissenschaftliche Grundlage und die Nachlass Recherche als methodische Herangehensweise, um Batsys Doppelleben und Umfeld zu analysieren.

Feminismus wird bei der Sammlung von Batsys Büchern sowie seiner selbstverfassten Geschichte „Die Wette“ aus verschiedenen Strömungen aufgegriffen. Dr. Felix Batsy verbindet verschiedene Themenstränge die es weiter zu erforschen gilt.


Charlotte Krick

Krick_FotoEmail: ckrick@gmail.com

Studium: Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Uni Wien

Forschungsinteressen: Wiener Stadtgeschichte, österreichische Literatur, Untergrund Literatur, erotische Literatur, Film und Fotografie mit Schwerpunkt Wien 1870-1945, Zensur und politische Entwicklungen während des Austrofaschismus.