Die Visualisierung des Gaza-Konflikts 2008/09 in ausgewählten Printmedien

Welche Bilder visualisieren den dreiundzwanzigtägigen Gazakonflikt 2008/2009? Und welche Leerstellen finden sich im visuellen Diskurs? Unter dieser Fragestellung werden sechs Tageszeitungen aus den Ländern Österreich, Deutschland, Israel und The International New York Times untersucht. Den Untersuchungsgegenstand bilden das Bild und dessen Bildunterschrift.

Bildmotive, welche in Komposition und Stil – sowohl innerhalb einer Zeitung als auch zeitungsübergreifend – wiederkehren wurden zu einer Bildtypologie zusammengefasst. Von einem Bildtyp wird nur dann gesprochen, wenn ein bestimmtes Thema mit Bild in der Berichterstattung wiederkehrt. Wichtig dabei ist, dass der jeweilige Kontext – also die Bildunterschrift – mit einem bestimmten Thema verbunden ist. Die unterschiedliche Konnotation (Bildunterschrift), welche den Bildern eine zusätzliche Bedeutungszuschreibung verleiht, wird im Vergleich der Zeitungen zueinander exemplarisch dargelegt.

Der Beitrag zeigt die dominanten visuellen Repräsentationen auf, indem Bildmotive, die wiederkehrend vorhanden sind, numerisch erfasst und in einer Grafik dargestellt werden. Somit werden einerseits immer wiederkehrende icons in der Berichterstattung über den Gazakonflikt herausgearbeitet, aber auch Gegenbilder oder Leerstellen. Dabei zeigt sich, dass die Berichterstattung als Text ausgewogen und qualitativ hochwertig sein mag, dass die Bilder aber eine andere Sprache sprechen. Sie zeigen, welcher Fokus sich durch wiederkehrende Bildmotive in der Visualisierung des Konflikts verfestigt. Der Vergleich des Bildmaterials zeigt transnationale Parallelen und Gegensätze auf, die sich nur auf der Bildebene in dieser fokussierten Form erschließen.


Mag.a Mirjam Saueregger

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  • Geburtsdaten: 30.08.1977, Villach
  • Familienstand: Tochter Romy (5 Jahre)
  • Studium: Doktoratsstudium Geschichte
  • Forschungsinteresse: Visual History
  • Email: a0219011@unet.univie.ac.at