Stereotype Darstellungen von Muslimen – Eine Analyse der Schweizer Printmedien

Seit den Terroranschlägen vom 9. September 2001, dem Aufstieg des Islamischen Staates und den steigenden Flüchtlingszahlen aus Syrien sehen sich Muslime und Muslimas zusehens mit negativen Vorurteilen und stereotypen Vorstellungen konfrontiert. Nicht selten werden sie verallgemeinernd als gewalttätig, intolerant oder etwa sexuell exzessiv dargestellt. Diese Entwicklung birgt das Potential, eine bedeutende Tragweite zu entfalten, da sie sowohl Einfluss auf die gesellschaftliche Integration muslimischer Mitbürger und Mitbürgerinnen als auch auf den interkulturellen Frieden haben kann.
Der vorliegende Vortrag befasst sich mit der Frage, welche stereotypen Repräsentationen von Muslimen in den Artikeln des Schweizer Printmediums Tagesanzeiger während 2001–2015 vorzufinden sind, als auch ob und wie sich verändert haben. Hierbei wird insbesondere auf die Differenzierung zwischen manifesten und latenten Stereotypen zurückgegriffen. Während manifeste Stereotype sich in verbaler Form in Texten wiederfinden und durch Zuschreibung, Zuordnung und Bewertung von Eigenschaften zu einer sozialen Gruppe entstehen, ergeben sich latente Stereotype durch die Summe von Einzelbildern/-beschreibungen, welche in ihrer Gesamtheit ein Darstellungsmuster mit stereotyper Zuschreibung bzw. Beschreibung hinsichtlich einer Gruppe enthalten.
Diese zwei Stereotypenkonstruktionen dienen als Grundlage zur Beantwortung von Fragen wie: Wie haben sich stereotype Darstellungen von Muslimen gewandelt? Was für ein Unterschied besteht zwischen Stereotypen hinsichtlich männlichen und weiblichen Muslimen? Welche Bedeutung nimmt die geografische Nähe bzw. Distanz zu den charakterisierenden Muslimen bei deren Stereotypisierung ein? Methodisch orientiert sich die dem Vortrag zugrundeliegende Arbeit an der quantitativen Inhaltsanalyse. Bereits existierende Theorien bezüglich stereotypen Repräsentationen von Muslimen werden operationalisiert und an Medieninhalten des Tagesanzeigers überprüft, um eine solide empirische Grundlage zu gewährleisten.


Salome Eggler

Studiert Internationale Beziehungen im Master am Institut de Hautes Études Internationales et du Développement (IHEID) in Genf. Seit August 2016 verweilt sie für ein Austauschsemester
an der Paris School of International Affairs in Frankreich.
Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören folgende Bereiche: Das Verhältnis zwischen Völkerrecht und Landesrecht, die Kernverbrechen des Völkerstrafrechts, die Rechtsprechung des Internationalen Strafgerichtshofs, Demokratie und Menschrechte, die Demokratieförderung der EU und der Einfluss von Diasporagemeinschaften auf Konflikt- und Friedensdynamiken in
ihren Heimatländern.
Kontakt: salome.eggler@graduateinstitute.ch