„Why is My Curriculum White?“ – Eine kritische Analyse zur Hegemonie des weißen Standpunktes im universitären Kontext 

Der hier vorgestellten Arbeit liegt die Überlegung zugrunde, dass die Universität als Ort, an dem Wissen produziert, besitzt und verteilt wird, sich in den gesellschaftlichen Strukturen befindet und daher kein wert- und machtfreier Raum ist. Die akademische Wissensproduktion steht in einem Macht- und Dominanzverhältnis, und ist geprägt von einem komplexen System der Benachteiligung und Privilegierung. Innerhalb einer euro- und androzentrischen Wissenschaft, in der sich Macht und Wissensproduktion bedingen, werden hegemoniale Strukturen der weißen Wissenschaft erhalten und reproduziert. Die Normalität des Wissens, das aus einer weißen Perspektive produziert wird, lässt die Erfahrungen, die aus marginalisierten Perspektiven entstand sind, als das Persönliche, das Subjektive, das Unwissenschaftliche und folglich das Abnormale degradieren. Konzepte wie das Othering, der Alltagsrassismus und die epistemische Gewalt stellen einen theoretischen Rahmen für die empirische Beschäftigung dar. Dieser Teil der Arbeit stützt sich auf narrative Interviews mit einer Studentin und einer lehrenden Person of Colour.

Ziel dieser Arbeit ist es die Erfahrungen von Personen of Colour, welche in einem wissenschaftlichen Kontext von der Norm abweichend als eine „Minderheit“ bzw. „Besonderheit“ gelesen werden, zu erfassen und die Unsichtbarkeit der hegemonialen weißen Positionen zu thematisieren um in weiterer Folge Strategien aufzuzeigen, die von ihnen entwickelt wurden, um in das weiße Zentrum der Wissenschaft einerseits zu überleben und anderseits Veränderungen zu bewirken. Auch meine eigenen Erfahrungen als Studentin of Colour und als Person, die in den weißen Strukturen der Universität eingebettet ist, finden Eingang in den Forschungsprozess.


Mariam Malik

malik_fotoMariam Malik studiert Soziologie und Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien. Derzeit befasst sie sich mit Ideen, die sich als scheinbare Normalität festigen, und mit möglichen Gegenbildern, die diese herausfordern. Im Zuge ihres Studiums hat sie sich mit Konzepten der Repräsentation, der Konstruktion des „Anderen“ und der machtvollen Positionierung von Subjekten außerhalb des konstruierten „Selbst“ auseinandergesetzt. Für die Zukunft hofft sie, partizipative Räume für Personen, die sich nicht in das dominante „wir“ verorten, mitgestalten zu können.

Kontakt: mariam.malik@live.de