Der aktuelle Fremdheitsdiskurs in österreichischen Geschichtsschulbüchern

Ziel der Arbeit ist die Erfassung des Fremdheitsdiskurses in österreichischen Geschichtsschulbüchern. Es wird den Fragen nachgegangen, wie und in welchem Kontext Fremdheit konstruiert wird, welche Themen prägnant sind und ob ein hegemonialer Diskurs erkennbar ist. Im Gegensatz zum Alltagsverständnis ist das Fremde ein Konstrukt, welches nur in Verbindung mit dem Eigenen existiert. Fremdheit ist nichts Fixes oder eine Eigenschaft, sondern eine Zuschreibung, wobei Differenzierungen, Hierarchisierungen und Machtverhältnisse bedeutsam sind (vgl. Berghold/Menasse/Ottomeyer 2000: 7). Darüber hinaus sind damit auch Inklusions- und Exklusionsverhältnisse verbunden und in weiterer Folge Partizipationsmöglichkeiten, die dadurch ungleich verteilt werden können. Im Rahmen der Fachtagung soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit Partizipation mit der Konstruktion von Fremdheit verbunden ist und welche verschiedenen Ausformungen möglich sind.

Als Untersuchungsgegenstand dient das Schulbuch, das im Vergleich zu anderen Massenmedien in kommunikationswissenschaftlichen Studien unterrepräsentiert ist. Bestimmte Normen und Normalitätsvorstellungen spielen im Schulbuchwissen oft eine bedeutsamere Rolle als Objektivität, Wahrheit oder Realität (vgl. Höhne 2003: 225). Für die Analyse wurden Geschichtsschulbücher aus dem Schuljahr 2012/13 für die 8. AHS-Schulstufe in Österreich herangezogen. Dadurch ergibt sich eine Auswahl über sechs Schulbücher unterschiedlicher Verlage und Erscheinungsjahre.

Das Forschungsmaterial wird einer Kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger unterzogen. Diese hat als Aufgabe, Diskursverläufe und ihre Formen und Strukturen festzumachen und den Sinn dahinter zu erfassen, wobei die Vorgehensweise kritisch verläuft und das Ziel die Verbesserung von Lebensverhältnissen ist (vgl. Jäger 2012).

Literaturverzeichnis:

Berghold, Josef/Menasse, Elisabeth/Ottomeyer, Klaus (2000): Einleitung. In: Berghold, Josef/Menasse, Elisabeth/Ottomeyer, Klaus (Hrsg.) Trennlinien. Imagination des Fremden und Konstruktion des Eigenen. Klagenfurt: Drava-Verlag, S. 7 – 15.

Höhne, Thomas (2003): Pädagogik der Wissensgesellschaft. Bielefeld: transcript Verlag.

Jäger, Siegfried (2012): Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. 6. Aufl. Münster: Unrast Verlag.


Lena Hager

Email: hager.lena@hotmail.com

Studienrichtungen:

  • Bakkalaureatsstudium „Kommunikationswissenschaft“ an der Universität Salzburg
  • Magisterstudium „Publizistik und Kommunikationswissenschaft“ an der Universität Wien
  • Laufendes Bachelorstudium „Internationale Entwicklung“ an der Universität Wien

Mein Forschungsinteresse ist vor allem auf die Thematik „Medien und Wirklichkeit bzw. Wirklichkeitskonstruktion“ gerichtet. Doch auch Studien, die gesellschaftskritisch ausgerichtet sind, stoßen bei mir auf großes Interesse.