Vom Eurozentrismus zum ‚Post‘-Eurozentrismus: Ein vergleichende Analyse von ethnologischen Museen in Europa 

Da sich ethnologische Museen aufgrund zunehmender Kritik an ihrer Ausstellungspraxis vermehrt einem Reflexions- und Neudefinitionsprozess unterzogen, werden in meiner Arbeit die Neukonzeptionen des „Rautenstrauch-Joest-Museums – Kulturen der Welt“ in Köln, des „Tropenmuseums“ in Amsterdam und des „Musée du quai Branly“ in Paris im Hinblick auf die Überwindung des Eurozentrismus untersucht. Die Museen wurden zum einen ausgewählt, da sie alle in den letzten Jahren umgestaltet und neu- oder wiedereröffnet wurden und zum anderen um einen Vergleich zwischen drei europäischen Ländern mit einer jeweiligen kolonialen Vergangenheit aufzuzeigen.
Für die Analyse wurde neben der Methode des Vergleichs auch die der Diskursanalyse gewählt, da die Inszenierungen sowie die Objekte als Texte gelesen werden können.
Die theoretischen Grundlagen umfassen die Diskurse rund um das Gedächtnis und Erinnerung, die Theorien zu Kolonialismus, Eurozentrismus und ‚Post‘-Eurozentrismus, Orientalismus, Exotismus, Identität und Alterität sowie das „Fremde“. Diese wurden anschließend in die Analyse der Museen, die sich mit der Namensgebung, der Lage und Architektur sowie den Gesamtkonzeptionen auseinandersetzt, miteinbezogen. Dabei spielen neben dem Aufbau, der Inszenierung und der Auswahl der Objekte auch die angesprochenen Themen eine wichtige Rolle.
Des Weiteren wurde auch der Umgang mit der kolonialen Vergangenheit der Museen sowie die Provenienz der Sammlung analysiert. Da es sich bei ethnologischen Museen um Orte handelt, an denen das „Eigene“ auf das „Fremde“ trifft und denen ein gewisser Exotismus anhaftet, ist es auch im Hinblick auf die Beantwortung der Fragestellung wichtig, wie mit diesen Themen in den Museen umgegangen wird.
Zusammenfassend werden drei unterschiedliche Möglichkeiten gezeigt, die dazu beitragen sollen den Eurozentrismus in ethnologischen Museen zu überwinden.


Simone Ullmann, BA BA MA

 

ullmannStudienrichtung: MA Historisch-kulturwissenschaftliche Europaforschung, BA Kultur- und Sozialanthropologie

Forschungsinteressen: Museum und Musealisierung, Kolonialismus- und Postkolonialismus, Frauen- und Geschlechtergeschichte, Migration

Praktika: 07/2012 – 08/2012: Österr. Museum für Volkskunde (Fachpraktikum), 07/2011 – 08/2011: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Fachpraktikum)

Arbeit:10/2013 – 02/2015: Tutorin für Quantifizierung und Statistik, Universität Wien

ullmannsimone@t-online.de